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Privates Engagement für die Kultur ist einfach sexy
Die „Subvention“ hat beste Chancen, zum Unwort zu werden. Viel zu viel längst nicht mehr Schützenswertes ist in den letzten Jahrzehnten durch staatliche Alimentierung am Leben erhalten worden, viel Sinnloses entstanden: hier 100 Millionen für eine Formel-1-Strecke, dort 200 für Nachtspeicherheizungen. Für die Häuslebauer gibt es über zehn Milliarden, für die Bauern reichlich Geld, damit sie produzieren, auch wenn sie nur einen Teil davon verkaufen können, und sie erhalten außerdem Geld, wenn sie weniger produzieren, fast wie in der sozialistischen Planwirtschaft. Das ärgert. Ganze, längst todkranke Industriezweige werden künstlich beatmet, statt dass wir massiv in Arbeitsplätze aufsteigender Wirtschaftszweige investieren. Das verbittert, seit die Staatskassen klamm sind.
Überall werden die Subventions-Erbhöfe verbissen verteidigt, egal ob die Rechnung den kommenden Generationen als vergiftete Erbschaft ins Haus flattert.
Verständlich, dass die Neigung wächst, doch den ganzen „Subventionsquatsch“ komplett zu beerdigen oder wenigstens drastisch zu kürzen. Und bei den meisten Subventions-Tatbeständen bin ich auch dafür. Aber es gibt feine Unterschiede.
Die Subvention, die einem dahinscheidenden Berufsstand das Leben verlängert oder dem profitablen Automobilbauer das neue Werk mitfinanziert, ist vielleicht eher verzichtbar als die Subvention, die Neues schaffen hilft und Zukunftschancen eröffnet, von denen die ganze Gesellschaft etwas hat.
Nicht wenigen Politikern ist es völlig gleichgültig, wenn beim anstehenden Aufräumen auch die Kultursubventionen geopfert werden. „Opernhäuser schließen statt Schwimmbäder“ heißt zum Beispiel die populistische Parole, da gehen doch eh nur zehn Prozent der Leute hin und das kostet doch bis zu 85 Prozent Subventionen.
Und nicht wenige schielen heute zum Beispiel auf das Festspielhaus Baden-Baden, das nicht nur künstlerisch aufregend geworden ist, sondern seinen gesamten Spielbetrieb mittlerweile ohne öffentliche Gelder schafft, nur mit Kartenerlösen, Gastronomie und zu 25 Prozent des Budgets mit seiner privaten Trägerstiftung, dem Freundeskreis und vielen großzügigen Spendern und Sponsoren. Also: „Her mit dem sehr amerikanischen privaten Baden-Badener Modell für alle großen Kultureinrichtungen in Deutschland!“
Die Kunst würde nur gewinnen.
